Macht der Videobeweis den Fußball fairer?

 

Fehler kommen vor. Wo Menschen im Spiel sind sowieso. Also auch im Fußball. Doch ist es 2017 noch zulässig, Beweismittel zu boykottieren, die Fehlentscheidungen verhindern können?

Mit einem Videobeweis wäre ein Handspiel vor dem Tor beispielsweise  nicht mal einfach mit unschuldiger Miene und ratlos erhobenen Händen wegzulächeln. Andere Sportarten machen es dem Fußball seit langem vor. Eishockey, Basketball, American Football und der Hockey.

Im Hockey darf jeder Spieler pro Spiel einen Videobeweis anfordern, das wissen wir schon seit Horst Wein (+2016), der easy Sports-Graphics HOCKEY fachlich betreut hat und mit seiner „Spielintelligenz im Fußball“ großartige Trainingsprinzipien aus dem Hockey in den Fußball übertragen hat.

Michael Hilgers, Hockey-Olympiasieger 1992, sagt in einem Interview zum Thema „Übertragbarkeit von Hockeyregeln in den Fußball“ auf fupa.net: „Für mich ist der Videobeweis die ultimative Möglichkeit, das Spiel so fair wie möglich zu machen. Für die Spieler, für die Zuschauer – aber auch für die Schiedsrichter. Man muss doch ehrlich sein: Das Spiel ist sehr schnell geworden und manche Sachen sind daher gar nicht mehr mit bloßem Auge zu erkennen.“

Hilgers plädiert ebenfalls für einen zweiten Schiedsrichter, weil das Spiel heutzutage so schnell ist. Und er ist für die Abschaffung der Abseitsregel. Jetzt könnte man sagen, na ja, der Hilgers kommt halt aus dem Hockey und da soll er schön bleiben. Aber im Fußball haben sowohl der Videobeweis als auch die Abschaffung des Abseits längst Befürworter und Verfechter. DFB-Manager Oliver Bierhoff ist für die Abschaffung des Abseits. Für die „Sport Bild“ hat Lothar Matthäus ein Spiel ohne Abseits getestet.

Die Abseitsregel ist nach Hilgers Meinung die einzige Regel, die Linienrichter notwendig macht. Ohne Abseits ist mehr Raum auf dem Spielfeld und für Techniker. Der Fußball erfordert dann andere Taktiken und das Spiel wird insgesamt interessanter. Weniger Fehlentscheidungen, weniger nervige Diskussionen, weniger Aggressivität, weil eine Mannschaft benachteiligt wurde, mehr 1 zu 1 Situationen.

 

 

 

 

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